Sachbücher

Die Sachbuch-Titel mögen auf den ersten Blick sehr heterogen erscheinen. Sind sie aber nicht – bloß unterschiedliche Verpackungen derselben Weltsicht. Das trifft mehr oder minder auf all meine Bücher zu, obwohl sich natürlich alles ein wenig verschiebt, wenn man es in eine neue Form bringt. Ähnlich wie es beim Wein manchmal Spaß macht, die Flasche zu wechseln, bloß um zu sehen, ob der Geschmack anders ist.

Um 1990 bat mich jemand, ein Buch über Italien zu schreiben, lehnte es dann jedoch ab, nachdem ich die ersten Kapitel geschickt hatte – ungeeignet, die Engländer zum Träumen von der Toskana zu ermutigen, wurde mir mitgeteilt. Ich veröffentlichte das Buch trotzdem; es war der Versuch, mehr oder weniger genüßlich all das, was ich in meinen zehn Jahren in Italien gelernt hatte, in Worte zu fassen, indem ich das Zusammenleben mit den Nachbarn in unserem kleinen Palazzo beschrieb. Das war Ein Haus im Veneto.
Einige Jahre später entstand Mein Leben im Veneto, ein Buch, in dem ich mittels einer heiteren Betrachtung der Art und Weise, wie unsere Kinder hier in Italien aufwachsen, das Phänomen des Nationalcharakters unter die Lupe nahm. Vermutlich bin ich der Sentimentalität nie näher gekommen als hier – und das war nicht sehr nah, hat man mir gesagt.

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Ehebruch und andere Zerstreuungen war ein Versuch, Essay und Erzählung in einer Form zu vereinigen, die sowohl spannend als auch reflektiert ist. Wahrscheinlich wollte ich einen Weg finden, um alles, worüber ich nachgedacht und was ich gelesen hatte, auf kohärente und gut lesbare Art zusammenzufassen. Ich denke oft, daß dies mein bestes Buch ist.

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Das Geld der Medici lässt sich wohl am besten mit dem englischen Untertitel Banking, Metaphysics and Art in Fifteenth-century beschreiben und ist mein erster und sehr wahrscheinlich auch mein letzter Ausflug in die Geschichtsschreibung. Das Buch konzentriert sich vor allem auf das Verhältnis von zählbaren und unzählbaren, sprich monetären und moralischen Werten. Wie halten wir die beiden im Gleichgewicht? Kurioserweise wurde ich als Folge dieses Bucheseingeladen, Kurator einer Ausstellung über Banken in fünfzehnten Jahrhunderts in Florenz zu werden, die im Jahr 2010 im Palazzo Strozzi stattfinden wird. Es wird eine spannende Herausforderung werden, Erzählung und Ideen in etwas visuelles zu transformieren.

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Die Kunst stillzusitzen ist ohne Zweifel das persönlichste und aus diversen Gründen auch das aufregendste Buch, das ich bisher geschrieben habe. Es ist der Bericht über eine grundlegende Veränderung meiner Art zu leben, ausgelöst durch andauernde Krankheit und chronischen Schmerz. Was zunächst nach dem albtraumartigen Abstieg zu dauerhaftem Unwohlsein aussah, wurde zum Auslöser für eine gründliche Untersuchung meines Handelns und letztlich ein spannender und therapeutischer Richtungswechsel.