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Schicksal


„Dieses brillante Buch sprüht vor düsterem Humor und verrückter Lebendigkeit … ein kraftvoller, ergreifender Roman über das Eheleben und kulturelle Unvereinbarkeiten … Parks ist ein außergewöhnlich genauer Beobachter des modernen Lebens“

The Daily Telegraph

Ein berühmter Auslandskorrespondent erhält einen Anruf in einer Londoner Hotelhalle. Sein schizophrener Sohn hat Selbstmord begangen. Sein erster Gedanke: jetzt werden meine Frau und ich uns trennen, jetzt haben wir keinen Grund mehr, noch zusammenzubleiben. Warum? Warum kommt ihm dieser Gedanke…
In Schicksal, so hoffe ich, ernte ich die Früchte all meiner Experimente aus den früheren Büchern, besonders Europa, Der Gutachter und Alle lieben Raymond. Die Geschichte spielt sich im Kopf eines Mannes ab, dessen Gefühlswelt durch ein komplexes Beziehungsgeflecht geprägt ist: er ist mit einer extravaganten italienischen Aristokratin verheiratet, einem wahren Energiebündel, die beiden haben eine Adoptivtochter und einen psychisch instabilen Sohn, und durch seinen Beruf lebt der Mann ständig im Spannngsfeld zwischen zwei Sprachen und vor allem zwischen zwei Gemütsverfassungen, zwei grundverschiedenen Weltanschauungen. Ist einer dieser Gegensätze oder die Kombination aus ihnen schuld an der Krankheit seines Sohnes? Ist die Chemie des menschlichen Gehirns anfällig für das emotionale Chaos in seinem Umfeld?

Chris Burton und seine Frau machen sich auf den Weg vom Flughafen in London Heathrow, der gerade bestreikt wird, nach Turin, wo ihr Sohn lebte. Wie soll er auf der langen Reise mit seinen Gedanken fertig werden? Wird er seine Frau verlassen? In der Flughafenbuchhandlung liegt das Buch ihres Ex-Geliebten aus. Kann er einen wichtigen Interviewtermin mit Giulio Andreotti in Rom einhalten? Seine Ex-Geliebte wohnt in Rom. Wie wird er auf den Anblick der Leiche seines Sohnes reagieren? Burton schreibt gerade ein Buch über Nationalcharakter und die Vorhersagbarkeit des menschlichen Verhaltens, hat aber nicht die leiseste Ahnung, wie er selber sich verhalten wird. Seltsam, wie wir sehen werden, und rückblickend betrachtet natürlich vollkommen vorhersehbar.

Die ganze Geschichte spielt innerhalb von 72 Stunden. Ich war diesmal auf größtmögliche Intensität aus, habe unermüdlich nach Wegen gesucht, eine fesselnde Synthese aus Geist, Gefühl und Komik herzustellen und dabei zugleich so realistisch wie möglich die Psyche eines Mannes zu beleuchten, dessen Gefühle außer Kontrolle geraten. Die eigenen gelegentlichen Depressionen und Leidenschaften sind in solchen Fällen hilfreich. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, entwickelte ich einen besonderen Schreibstil, den ich weiter unten vielleicht an ein, zwei Beispielen illustrieren kann. Ich schrieb wie immer mit der Hand, tippte jeweils nach ein paar Seiten den Text in den Computer ein und begann dann einen langen Arbeitsprozeß, bei dem ich in das, was schon dastand, hineinschrieb, Sätze auseinanderschnitt und die Teile herumschob, drei, vier Gedankengänge miteinander verwob, die alle syntaktisch kohärent waren, aber durch die vielen Unterbrechungen und Einschübe nur noch vage zusammenhingen. Es war ein anstrengendes Unterfangen, aber es machte auch großen Spaß und war aufregend, denn ich hatte den – vielleicht illusorischen – Eindruck, daß der Text dadurch eine gewisse Authentizität erhielt, daß er das Gefühl des Gefangenseins in den eigenen Gedanken wiedergab, welches man in Augenblicken der Besessenheit oft verspürt: eine Art grimmige Übermütigkeit. Urteilen Sie selbst. Was ich im Grunde wollte, war ein Text, der meinen Lesern ein völlig neues Leseerlebnis verschaffen würde – anspruchsvoll und erhebend zugleich.
Letztendlich versucht man wohl immer, ein Buch zu schreiben, das man selber gerne lesen würde.

Pressezitate

Dieser Roman ist in jeder Hinsicht eine schwindelerregende und gehaltvolle tour de force … Schicksal gehört zweifellos zum besten, was die englische Literatur in diesem Jahr hervorgebracht hat. Parks zerlegt die menschliche Komödie hier mit einer ausgeglichenen Mischung aus Humanität und Humor

The Irish Times

Wenn ihm der Sinn danach steht, kann er schreiben wie ein moderner Henry James, voller Gelassenheit das Labyrinth durchquerend … Dieser Roman bewegt sich am Rande des Abgrunds, an der Schwelle zum Wahnsinn

The Literary Review