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Roger zu lieben


„Dieser Roman ist ein bissiger, erhellender Essay über die Liebe, die den Keim der Rachsucht und des Hasses bereits in sich trägt.“

The Observer

Dies war glaube ich das letzte der sieben oder acht Bücher, die ich schrieb, ehe meine Arbeiten veröffentlich wurden. Ich weiß noch, daß ich mir vornahm aufzuhören, falls auch dieses Buch keinen Verleger finden würde. Hätte ich aber vermutlich nicht getan. Das Schreiben war mir zur Gewohnheit geworden. Dennoch hat meine unterschwellige Verzweiflung das Buch in vieler Hinsicht geprägt. Das fing schon auf der ersten Seite an. Ich setzte mich eines Abends hin und schrieb: „Roger lag auf dem Teppich“… und sofort war klar, daß er tot war und daß seine Freundin ihn umgebracht hatte. So etwas wird die Leute schon wachrütteln, dachte ich. Die ersten zehn Seiten schrieb ich innerhalb von Stunden, dann legte ich das Ganze für ein Jahr beiseite.

Das Problem war, daß ich mich für die Perspektive der Freundin entschieden hatte. Es erschien mir wichtig, die Geschichte nicht aus der Sicht des Mannes zu erzählen, damit die Erzählstimme nicht zu sehr meine eigene werden konnte, vor allem, weil Roger ein gescheiterter Schriftsteller sein sollte. Aber nach den ersten Seiten war ich mir nicht mehr sicher, ob ich das einen ganzen Roman lang durchhalten konnte. Schließlich gelang es mir doch und machte mir einen Heidenspaß, denn ich ließ die Geschichte in dem lachhaften Büro spielen, in dem ich nach dem Studium etwa ein Jahr lang gearbeitet hatte. Ein total verrückter Ort.

Sobald mir bewußt wurde, daß Anna und Roger Vorgesetzter und Sekretärin in eben dieser Firma gewesen waren, ergab das Ganze plötzlich einen Sinn. Ich horchte in mich hinein, auf die alten Rhythmen und Tonfälle, und dann legte ich los, ohne mir darüber im Klaren zu sein, daß ich auf etwas gestoßen war, was das Hauptthema meiner späteren Bücher sein würde: die erstaunliche Tatsache, daß konfliktgeladene Beziehungen, Beziehungen zwischen Menschen, die sich zwar lieben, sich aber nicht verstehen können, ironischerweise ein starkes Gefühl von Sinn oder gar Schicksal erzeugen können, und sei es allein durch die unermüdlichen Versuche, die Widerstände des Partners zu überwinden. Von solchen Beziehungen kann man sich am schwersten trennen. Anna bleibt am Ende gar nichts anderes übrig, als zum Küchenmesser zu greifen.

Pressezitate

In unterkühlter, eleganter Prosa und mit einer beklemmend distanzierten Erzählhaltung hat Tim Parks einen Krimi geschrieben, der nicht fragt: ‚Wer war’s‘, sondern ‚Warum war’s‘.

Today

Eine straff gespannte Liebesgeschichte voller Leidenschaft und Zärtlichkeit

Cosmopolitan