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Italienische Verhältnisse


„Ein ungewöhnlich hochklassiger und lebensnaher Thriller, den man nicht versäumen sollte“

The Independent

Komisch, ich weiß wirklich nicht mehr genau, wann Italienische Verhältnisse entstanden ist, aber es war auf jeden Fall vor meiner Erstveröffentlichung und bevor ich Roger zu lieben geschrieben habe. Sagen wir um 1982 herum. Ich war zu der Zeit ziemlich unzufrieden, denn ich fristete ein trostloses Dasein als Englischlehrer für reiche Leute aus Verona, war unterfordert und unterbezahlt. Ich fragte mich, ob ich nicht mit einer Mischung aus Komödie und Thriller erfolgreicher sein würde als mit den anspruchsvollen Büchern, die ich bisher an die Londoner Verleger geschickt hatte.

Also: Auftritt Morris Duckworth, ein (man höre und staune!) unterbezahlter Englischlehrer, der bei seinem Versuch, Eingang in die wohlhabende Veroneser Gesellschaft zu finden, selbige so gut wie zerstört. Er will sich den Wohlstand erheiraten und macht sich die Zuneigung der entzückenden jungen Massimina zu Nutzen, die sich aus unerfindlichen Gründen in ihn verliebt hat. Die Familie durchschaut sein Spiel. Morris wird verstoßen. Aber Massimina will mit ihm weglaufen und erscheint in seiner Wohnung, ohne daß jemand weiß, wo sie hingegangen ist. Da kommt Morris eine Idee, die seinen Untergang besiegelt. Er wird mit ihr durch Italien reisen und Lösegeld-Briefe an ihre Eltern schicken. Flucht oder Entführung? Jedenfalls erwies sich das als traumhafter Plot.

Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin, aber diese Geschichte heiterte mich ungemein auf. Was am Ende herauskam – ich glaube, dies war das einzige Buch, das ich direkt in eine mechanische Schreibmaschine tippte – war eine Liebesgeschichte – denn Morris verliebt sich doch noch -, eine Komödie der Selbstrechtfertigung und die Chronik eines scheußlichen Verbrechens. Kaum sitzt Morris in der Falle, fängt er an sich zu wehren…

Ich sollte erklären, daß das Buch sehr zu meinem Ärger in den USA unter dem Titel Juggling the Stars erschien. Ein Lektor war der Meinung, die amerikanischen Leser würden den Originaltitel Cara Massimina nicht verstehen – als müsse man Titel verstehen, und als seien die Amerikaner weniger kultiviert als die Briten…


Pressezitate

Scharfsinnig und geistreich, gekonnt gemacht, an vielen Stellen erschreckend und oft urkomisch

The Times Literary Supplement

Tim Parks präsentiert uns den wahren, den jungfräulichen, prahlerischen, übergeschnappten Morris, der hinter seinen Selbstrechtfertigungen lauert, während die Dinge ihren tödlichen und häßlichen Lauf nehmen. Clever, witzig und vollkommen unmoralisch

The Sunday Times