Skip to content
Skip to content

Flammenzungen


„Formale Schlichtheit mit emotionaler Komplexität verbindend, hat Tim Parks einen Roman von ungewöhnlicher Ausgewogenheit und Anmut geschrieben“

John Walsh, Books and Bookmen

Finchley, Nord-London, 1968. Ein Fünfzehnjähriger gerät in einen Wirbel religiöser Besessenheit mit allem Drum und Dran: Weissagungen, Zungenreden, „Worte der Weisheit“ – bis hin zum Exorzismus. Dies ist mein autobiographischster Roman. Nach sechs abgelehnten Manuskripten war mir so langsam alles egal und ich schrieb mit ungezügeltem Übermut über die Zeit der Pubertät, ohne auch nur einen Moment zu glauben, daß der Text tatsächlich gedruckt würde. Das war in meinem ersten Jahr in Italien, da muß ich 25 gewesen sein.

Ich schrieb das Buch mit der Hand, innerhalb von knapp vier Wochen, in einem düsteren, kalten Zimmer mit Madonnen und Herz-Jesu-Bildern an den Wänden sowie einem riesigen Gemälde, das eine Frau mit einer Kerze in der Hand neben einem Sarg darstellte. Ein himmelweiter Unterschied zu meinem früheren protestantischen Umfeld. Aber ich erinnere mich, daß ich in dieser Zeit zum ersten Mal das – zweifellos illusorische – Gefühl hatte, rein gar nichts falsch machen zu können. Obwohl völlig ungeplant, strömte die Geschichte nur so aus mir heraus. Es gab nicht einen einzigen Fehlstart. Nachdem es von mehreren Verlagen abgelehnt worden war, erschien das Buch schließlich doch noch, weil ein alter Freund es für den inzwischen abgeschafften Sinclair Prize für unveröffentlichte Manuskripte vorschlug. Fay Weldon und Marina Warner wählten es aus. Ich nutze diese verspätete Gelegenheit, um ihnen zu danken.

Pressezitate

Seit Der Fänger im Roggen hat es keine so glaubwürdige Darstellung der männlichen Pubertät gegeben. Erzählweise, Rhythmus und Tonfall der Prosa sind von bestechender Authentizität.

Catholic Herald

Parks ist ein Autor, den man im Auge behalten sollte. Technisch ist er untadelig. Das Buch steigert sich zu einer erschreckenden tour de force, die nur durch die Straffheit seiner Prosa erträglich bleibt.

Jeanette Winterson, Times Literary Supplement